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Wrack der Vis, Istrien © UWW Aire Eder Photodive

by Michael Goldschmidt & Aire Eder (UW-Fotografie)

Diving Center Indie © UWW

Diving Center Indie © UWW

Diving Center Indie, Diego, Sandra, Zelkjko © UWW

Wrack der Vis, Istrien © UWW Aire Eder Photodive

Wrack der Vis, Istrien © UWW Aire Eder Photodive

Wrack der Vis, Istrien © UWW Aire Eder Photodive

Wrack der Vis, Istrien © UWW Aire Eder Photodive

Wrack der Vis, Istrien © UWW Aire Eder Photodive

Wrack der Vis, Istrien © UWW Aire Eder Photodive

Diving Center Indie © UWW

Wrack der Varese, Istrien © UWW Aire Eder Photodive

Wrack der Varese,- Katzenhai - Istrien © UWW Aire Eder Photodive

Wrack der Varese, Istrien © UWW Aire Eder Photodive

Wrack der Varese, Istrien - Drachenköpfe -© UWW Aire Eder Photodive

Am 22. Mai 2016 wurde die Südspitze von Istrien um ein Wrack reicher. Diesmal kam aber niemand zu Schaden, auch nicht die Umwelt. Nur eine GoPro ging verloren, als die „Vis“, bekannt als Staatsyacht des ehemaligen Präsidenten Jugoslawiens, Josip Tito, gezielt und gut vorbereitet aufrecht auf den Meeresgrund geschickt wurde. In 32 Metern Tiefe liegt sie auf dem Kiel, bereit für den Besuch von Tauchern. Und wieder sind wir im Indie Diving Center in Banjole, um die von dort nur 20 Bootsminuten entfernt liegende „Vis“ ausführlich zu betauchen.

Eigentlich war der Plan des neuen Eigners der „Vis“,  Arsen Brajkovic, ein ganz anderer. Nachdem er das 1956 gebaute Schiff, das 1991 nach dem Zerfall Jugoslawiens außer Dienst gestellt worden war, 2002 erworben hatte, sollte daraus eine luxuriöse Yacht mit Kabinen für 12 Gäste für touristische Kreuzfahrten im Mittelmeer werden. Im Zuge des neuen Verwendungszwecks wurden die Decks bereits teilweise verändert. Die Einrichtung und Wandungen der Staatsräume wurden entfernt.  Aus den Plänen wurde aber nichts, weil die dafür nötigen Investoren fehlten. So dümpelte die „Vis“ weiter an ihrem Liegeplatz, bis eine neue Idee ins Spiel kam, die Versenkung vor dem Kap Kamenjak als Tauchattraktion. Mit dabei war auch Zeljko, der Chef der Tauchbasis Indie Diving Center. Bei unserem Aufenthalt 2015 wurden wir schon, wenn auch zurückhaltend, darüber informiert, dass es bald ein neues Wrack geben würde, mehr könne man aber noch nicht sagen.
Die medienwirksame Versenkung der „Vis“ am 22. Mai 2016, die mit einigen am Schiff befestigten Actioncams aus verschiedenen Blickwinkeln dokumentiert wurde, dazu mit Luftaufnahmen von Drohnenkameras und Szenen Schaulustiger auf Schiffen nahe der Untergangsstelle machen Laune.
Natürlich wurden die Treibstofftanks und alle ölführenden Rohre und Maschinenteile vorher gereinigt und Fenster uns Schotts entfernt, die Tauchern beim Eindringen in das Wrack gefährlich werden könnten. Die zwei Sprengladungen, die kielnahe beidseitig des Maschinenraums detonierten, haben den Stahlrumpf nach außen hin mit einem Durchmesser von etwa zwei Metern aufgerissen. Natürlich sind die stählernen Ränder ausgefranst und beim Durchtauchen muss man vorsichtig sein und sich davon etwas fern halten.

Das Indie Dive Center ist auch für den Besuch der „Vis“ ein idealer Ausgangspunkt, nicht nur für Wracktaucher. Wrackfans werden nunmehr mit 16 Spots bedient und jeder Tauchgang lohnt sich. Alle Ziele sind für Sporttaucher geeignet, mehr von den Wracks hat man aber sicher als fortgeschritten ausgebildeter Nitroxtaucher, damit man die Deko nach längerer Grundzeit verkürzen kann. Für die „Vis“ muss nicht unbedingt mit einer Stage und 50% Nitrox zur Deko getaucht werden, die Maximaltiefe liegt bei 32 Metern. Mit einem 32er Nitrox ist man als Hauptgas gut dabei, dann hat man nach 26 Minuten Grundzeit gut 10 Minuten Aufstiegszeit und Sicherheitsdeko.
Um komfortabel zu tauchen, empfiehlt sich abseits des Hochsommers ein Trockentauchanzug, denn die Wassertemperatur hält sich auf Tiefe im Jahresverlauf zwischen 13 und 16° C.
Zwei Bojen sind an der „Vis“ zum Festmachen des Tauchschiffs und zum direkten Abstieg auf das Deck angebracht, eine Boje am Bug, eine am Heck. Das Wrack ist 68 Meter lang, 8,5 Meter breit und die Aufbauten beginnen bei etwa 24 Metern.
Ein so junges Wrack zu betauchen, schürt natürlich gewisse Vorstellungen, man denkt sich die Kraft der Natur einfach weg und erwartet die „Vis“ als „helles“ Wrack, noch im Weiß ihres originalen Erscheinungsbildes. So hatte sie auch Sandra, die Juniorchefin von Indie Diving geschildert, aber sie war selbst schon einige Monate nicht mehr dort getaucht.

Abwärts entlang  am Bug - Bojenseil schält sich die „Vis“ langsam aus der sedimentreichen Umgebung des Meeres. So hell wie erwartet, zeichnet sie sich nicht in der Tiefe ab. Die Natur hat sie schon rasch als neuen Siedlungsgrund erkannt und arbeitet eifrig daran, ihr den Habitus eines schon seit Jahrzehnten dort liegenden Wracks zu verleihen.

Wie bei allen im Freiwasser liegenden Wracks, die nicht durch ein nahes Riff strömungsgeschützt liegen, ist beim Ab- und Auftauchen eine Hand am Bojenseil ein übliches Vorgehen. Und Handschuhe zu tragen ebenso, denn auch die dicken Taue sind schon nach kurzer Zeit von Kleinlebewesen besiedelt, die sich auf unterschiedliche Art ihrer Haut erwehren, werden sie berührt. Auch wenn die “Vis“ nicht zu den großen Wrack zählt hinsichtlich ihrer Länge von 68 Metern, in der Tiefe ist Zeit immer ein Faktor und der Einsatz eines Scooters unterstützt die persönlichen Explorationsmöglichkeiten deutlich. Gerade für jene, die nur einen Tauchgang  / Tauchtag dort haben, ist Mobilität unter Wasser vorteilhaft. Denn an den Eigentümer der „Vis“ ist eine Tauchgebühr in Höhe von 150 Kuna, etwa € 20,- pro Person und Tauchtag über die Basis abführen. Der Betrag geht zu 100% an den Eigentümer, der die Tauchaktivitäten auch immer wieder selbst beobachtet.
Wir haben drei Tage an und in der „Vis“ verbracht, exklusiv, ohne andere Tauchboote oder Gäste vor Ort. Ein Segen der Vorsaison und dass das Diving Center Indie eines der wenigen ganzjährig aktiven Tauchcenter in Istrien ist. 

Ein unbekanntes und auch noch so neues Wrack in Augenschein nehmen zu können, ist einfach spannend und berührend. Die planktonreiche Wassermasse lässt die „Vis“ nicht in ihrer ganzen Größe betrachten, das Meer lässt immer nur Abschnitte bei einer Sichtweite von 10 – 15 Metern betrachten. Natürlich schwanken die Sichtweiten im jahreszeitlichen Verlauf,  tauschen sich im Frühjahr die Wasserschichten aus, gibt es eben mehr Plankton. Das ist der Kreislauf der Natur und es hat seinen mystischen Reiz, sich optisch von Flossenschlag zu Flossenschlag neue Ansichten des Wracks zu ertauchen.
Schon am Deck und an den Aufbauten gibt es viele reizvolle Motive für die Kamera. Am großen Außenruder bringt Sandra von der Basis Indie die „Vis“ für das Fotoshooting nochmal auf Kurs und ein paar Meter weiter eine Bootslaterne wieder zum Leuchten.
Der Antennenmast ist beim Versenken abgeknickt worden und hält für Fotografen eine Menge Motivvariationen bereit.
Tito`s Präsidentenkabine war als eines der Highlights angekündigt, doch hier hat der kurze Zahn der Zeit unter Wasser schon kräftig genagt, Holzflächen haben sich gelöst, schweben kurz hinter dem offenen Schott im Weg und versperren die direkte Sicht ins Innere der Kabine. Hier halten wir uns nicht lange auf.
Und da ist das eigentliche Highlight, der Maschinenraum. Es gibt zwei Möglichkeiten, in ihn zu gelangen. Der spannendere Weg führt durch eine offene Luke vom Oberdeck. Hier taucht man vorsichtig mit den Beinen voran durch, dann kann man sich im darunter liegenden Raum wieder in Tauchlage bringen.  Um zur Maschine zu gelangen ist es nun wesentlich komfortabler, als für die frühere Mannschaft, die die Treppen und Leitern benutzen musste, man sinkt vorsichtig Meter für Meter tiefer. Vorsichtig, um kein Sediment aufzuwirbeln und nicht die Fotosession zu zerstören. Aber grundsätzlich sollen alle Besucher des Wracks und seiner Innenräume gut ausgebildet sein und sich rücksichtsvoll verhalten.
Nicht nur als Fotomotiv ist der Maschinenraum bestens geeignet, in dem intakte Rohrleitungen und Handräder verblieben sind. Die beiden Schiffsdiesel leisteten 2000 PS und brachten die mit zwei Schrauben angetriebene „Vis“ auf 17 Knoten Höchstgeschwindigkeit. Noch kann man auf dem Schiffstelegraf die Beschriftung erkennen, doch bald schon wird er so von Bewuchs überzogen worden sein, dass nur noch die Umrisse und der Zeiger des Instruments zu erkennen sind.
Der Maschinenraum ist mit 32 Metern der tiefste Punkt der Wrackexkursion und hier müssen gute Tauchlampen eingesetzt werden. Nach der ausführlichen Inspektion des Maschinenraums verlässt man diesen auf kurzem Weg durch eine der beidseitigen Öffnungen im Rumpf, die durch die Sprengladungen gerissen wurden, mit der die „Vis“ auf Grund gesetzt wurde.
Weniger spektakulär ist eine große Räumlichkeit auf dem Oberdeck, in die man mühelos durch offene Schotts hineinschwimmen kann. Durch große Fenster dringt Tageslicht herein. Man sieht an den Wänden Heizkörper, herabgefallene Deckenverkleidungen, einen Sicherungskasten in einem kleinen Nebenraum. Es können einige weitere Kabinen betaucht werden, aus denen aber fast alle Einrichtungsgegenstände entfernt wurden.  Auf der Kommandobrücke sind noch einige Gerätschaften verblieben und man kann sich gut vorstellen, wie die Mannschaft hier arbeitete. Auf dem Weg durchs Wrack kommt man immer wieder an elektrischen Schaltkästen mit Hebeln, Schaltern und Sicherungen vorbei, an denen sich leider schon einige Trophäensammler vergingen.
Die „Vis“ hat Potential für zwei Tauchgänge, um sich einen persönlichen Überblick zu verschaffen. Als engagierter Fotograf oder Filmer kann man gerne 6 Tauchgänge dort absolvieren, unserem Beispiel folgend.

Um die Zeit bei Indie Diving gut zu nutzen, gab es noch einen Abstecher zu einem weiteren Lieblingswrack, die Varese. Das ehemalige italienische Handelsdampfschiff, 72 Meter lang und 9 Meter breit wurde am 18.1.1915 versenkt. Es sollte Fracht von Triest nach Tunis transportieren. Wegen eines großen Unwetters versuchte der Kapitän Schutz im Hafen von Pula zu finden. Bevor der Hafen erreicht werden konnte, beendete eine Wassermine die Fahrt, der Bug wurde abgerissen.
Sie liegt aufrecht auf 39 Meter Tiefe, ist schön bewachsen und Lebensraum für viele Fische. Seit Jahren hat sich dort auch ein Katzenhai eingenistet.

Man wird sehen, wer sich in den kommenden Jahren so alles in der „Vis“ ansiedeln wird. Es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell die Natur diese künstlichen Riffe annimmt. Wir werden das im Auge behalten und mit dem Indie Dive Center wieder eine große Wracktour machen.

www.istriadiving.com  
divingindie@divingindie.com   

Adresse Indie Diving Center
Camping "INDIJE"
Banjole 96,
Pula - Istra – CROATIA

Telefon/Fax in der  Tauchbasis: 00385 52 573 658

Autokamp Indie  www.arenacamps.com/de/kroatien


Fakten

Tauchplätze Wracks: 16
Durchschnittliche Tiefe: 37 Meter
Tauchplätze Riffe: 11
Durchschnittliche Tiefe: 25 Meter
Boote: 4
Gase: Luft, Nitrox, Sauerstoff, Helium
Geöffnet: ganzjährig
Sprachen: Kroatisch, Italienisch, Englisch, Deutsch
Kartenzahlung: ja
Ausrüstungsverleih: ja


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www.unterwasserwelt.de/html/diving_center_indie_wracktauchen
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Die Versenkung der VIS

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